_____ABOUT CARLOS_______________INTERVIEW_____

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Interview      

Carlos Núñez:    Popstar &Blockflöte

  „Tatsächlich ist es möglich, mit dem Dudelsack und der Blockflöte traditionelle Musik zu spielen und ein Popstar zu werden.“  So umschrieb die Los Angeles Times die Karriere von Carlos Núñez, der vor 30 Jahren in der Atlantikregion von Galizien im nordwestlichen Spanien geboren wurde. Im Gespräch mit Nik Tarasov erzählt er von seiner Begeisterung für die Blockflöte.

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Schon früh begann er, Musik zu machen. Von der legendären Folk Band The Chieftains als Dudelsackspieler entdeckt, begleitete er das Ensemble auf Tourneen nach Europa, Japan, Australien und die USA, nahm mit ihnen drei CDs auf und spielte auf seinen Reisen auch mit vielen anderen bekannten Künstlern. Seine eigenen, vielfach und hochkarätig preisgekrönten CD-Projekte verbinden verschiedene musikalische Stile und erkunden neue Wege vom Folk zum Pop Rock in Verbindung zur keltischen Musik. Neben dem Dudelsack verwendet Carlos regelmäßig auch verschiedenste Längsflöten sowie die Blockflöte, welcher er durch seine unverwechselbare Spielart einen Platz in der

Popmusik eroberte. Heute tourt er mit seiner Band durch die Lande, arbeitet an einem neuen Album sowie an seiner DVD und spielt als Solist mit dem London Symphony Orchestra den Soundtrack für den neuen Film eines der bekanntesten Regisseure Spaniens ein.

Windkanal: Was ist deine erste musikalische Erinnerung?

Carlos Núñez: Man sagt, ich sang schon in der Wiege. Aber ich glaube, dass ich da höchstens mit Stil schrie. Nun, ich selbst kann mich an ein Bild in einem alten Familienalbum erinnern, welches einen Mann mit einem Instrument zeigt. Mein Vater erklärte mir, das sei mein Großvater, der als Musiker eine Blaskapelle leitete und andererseits auch eine Kuhherde hatte. Diese Mischung zweier Berufe war seinerzeit im ländlichen Galizien nicht unüblich. Immer, wenn seine Kühe an den Bergen weideten, saß er unter einem Baum und machte Musik. Mit dreißig Jahren ging er wegen der Musik nach Brasilien,  verschwand dort und kehrte nie zurück. Diese Geschichte hat mich als Kind mächtig beeindruckt.

Wie an eine große Sensation erinnere ich mich auch an die Melodien der Kirchenglocken meiner Heimatstadt Vigo. In Galizien sowie in allen keltischen Ländern pflegen wir zu sagen, dass alles miteinander verbunden ist. Also: Vom Kindesalter an glaubst du, das Leben sei eine Art Gesamtkunstwerk aus mancherlei Dingen, wie Musik, Bildern, Menschen, gutem Essen … Das spiegeln auch unsere Legenden wieder.

Windkanal:  Die von dir erwähnten Glocken läuten also nicht einfach so, sondern da gibt es eine besondere Spielart, vergleichbar dem Carillon?

Carlos Núñez:  Und da hörst du nicht nur Melodien! Später entdeckte ich darin richtige Glockenrhythmen, alten Tanzrhythmen vergleichbar, wie einer Irish Jig. Da gibt es richtige Nachrichten-Codes. Diese werden als Signale verwendet, die verkünden, dass ein Fest beginnt oder jemand gestorben ist. Als ich das erste Mal ein Musikinstrument in die Hände bekam, habe ich genau diese Signale, kodierten Rhythmen und Melodien auf einer kleinen Blockflöte nachgemacht.

Windkanal:  Wie kamst du an die Blockflöte? Ist sie ein übliches Instrument in Galizien?

Carlos Núñez:  In einer besonderen Art schon. Heute lernt ein jeder bei uns in der Schule die Blockflöten Grundbegriffe. Es gibt heute auch die wieder aufgegriffene Tradition, Pito zu spielen, eine traditionelle Volksblockflöte, die mit Dudelsackgriffweise funktioniert. Das Instrument beginnt mit einem Halbton – also mit dem Cis – und die Tonika wird erst mit dem zweituntersten Loch gespielt. Und es gibt da auch ein Daumenloch. Aber ich begann mit der Blockflöte richtig, als ich acht war. Mit zehn Jahren fing ich mit dem Dudelsack an, der Gaita, das in Galizien am meisten gebräuchliche traditionelle Instrument. Jahre später, mit sechzehn, entdeckte ich, dass viele Jungs mit der Pito beginnen, um dann später leichter auf die Gaita umzusteigen.

Windkanal:   Warum hast du dann selbst nicht auch mit der Pito begonnen, die doch direkter mit der traditionelle galizischen Volksmusik verbunden ist?

Carlos Núñez:  Als Kind hatte ich kein solches Instrument. In der  Schule habe ich mit einer Plastikblockflöte aus Deutschland begonnen, die mich irgendwie total begeistert hat. Das Ding war etwas ganz Fremdes in meiner Welt und roch ganz eigen, so dass ich damit abdriftete und mir vorstellte, wie möglicherweise Deutschland aussehen könnte. Jedenfalls lernte ich ziemlich schnell, und mein Lehrer schlug vor, eine hölzerne Blockflöte anzuschaffen – ebenfalls aus Deutschland natürlich – das war rein psychologisch ein großer Schritt nach vorne.

Der Duft dieser Holzflöte trieb mich förmlich vorwärts. Mit meinem Blockflötenlehrer spielte ich dann viel traditionelle galizische Musik und ebenso die Musik des Mittelalters, wie die Cantigas de Santa Maria. Zunächst nach dem Gehör, dann aber von Noten ab.

  Windkanal:   Du hast dann deine Blockflöte nicht wie die anderen zugunsten der Gaita eingemottet?

Carlos Núñez:  Ich habe instinktiv weitergemacht. Aber in der Tat: Damals begann damit für mich ein dauernder Zwist zwischen zwei musikalischen Welten. Die Gaita erreichte mich zur Zeit der Kulturrevolution: dem Ende des Franco-Regimes und dem Beginn der Demokratie. Der Dudelsack – ehemals unter Franco als traditionelles Instrument der aufrührerischen Provinzen Baskenland, Galizien und Katalonien verboten – berührte meine aristotelische Seite, während ich zur Blockflöte mehr eine platonische Liebe entwickelte. Aber die Blockflöte gab mir etwas zum Verteidigen!

Als ich mit zehn ans regionale Konservatorium kam, fragte mich eine Dame, warum ich denn unbedingt mit diesem offensichtlich einfachsten aller Instrumente weitermachen wolle. Ich war von diesem Satz völlig schockiert, bestand aber auf meinem Wunsch und war überzeugt, dass „dieses Ding“ ein „richtiges Instrument“ und absolut gleichwertig zur Querflöte oder dem Klavier ist. Ich war sicher, dass ich Recht hatte. Es war einfach „mein Instrument“ und basta. Aber mir wurde nur gestattet, dort in den Gaita-Unterricht zu gehen. Mit der Blockflöte musste ich alleine weitermachen. Ich bestellte also Noten aus Deutschland: Barockmusik – damals schwer zu bekommen. Und ich spielte halt weiter Mittelalter aus Spanien, wie aus dem Martin Codax, die Cantigas de Amigo und von Alfonso X …

Windkanal:   Es war wohl schwer, auf der Blockflöte ohne einen Lehrer weiterzukommen.

Carlos Núñez:  Klar. Vor allem, als ich mit der Gaita ziemlich bekannt wurde und sich niemand um meine geheime Liebe scherte, die Blockflöte. Ein wichtiges Ereignis wurde da für mich eine neue wöchentliche Radiosendung namens La Flauta de Picco. Dort stellte der Madrider Blockflötenlehrer Alvaro Marias aufregende und ausdrucksstark gespielte Musik von Frans Brüggen vor. Mir wurde plötzlich klar, dass da noch eine ganz neue Welt für mich und die Blockflöte wartete. Um davon mehr zu bekommen, machte ich mich mit sechzehn auf ans Madrider Konservatorium.

Da ich immer noch zur Schule musste, bedeutete das acht Mal monatlich Zugfahren. Ich brauchte für die Stecke jedes Mal 9 Stunden. Ich nahm den Nachtzug und pennte auf der Fahrt. Dort hatte ich zum ersten Mal einen „richtigen Blockflötenlehrer“ – er hieß Mariano Martin. Er brachte mir nicht nur bei, ein Musiker zu sein, sondern ein Künstler zu werden. Das heißt, nicht nur perfekt im Englischen oder Französischen Stil spielen zu können, sondern das Publikum zu rühren und mit ihm zu kommunizieren. Er hat es stets respektiert, dass ich nebenbei mit dem  Dudelsack auf die Bühne ging und die Blockflöte mit den Fingern eines Gaita-Spielers traktierte

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 „Beim Dudelsack klingt immer  ein Bordunton mit. Das heißt, er ist erdverbunden. Alles was musikalisch passiert, hat Kontakt zur Erde. Mit der Blockflöte kannst du dich losmachen und fliegen wie ein Vogel. Du kannst dieselbe Musik spielen, aber das Gefühl verwandelt sich in etwas Fliegendes.“

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Windkanal:   Inwiefern beeinflusst der Dudelsack das Fingerspiel?

Carlos Núñez:  Bei einem Dudelsackspieler geschieht rein alles über die Finger: Tonrepetitionen, Verzierungen (wie etwa Französische battements), das Vibrato. Du kannst nicht mit der Zunge artikulieren, musst die Noten mit den Fingern abschneiden. Andererseits – so wie das der Traversflötenspieler Wilbert Hazelzet zu mir sagte – eine Menge aus dem französischen Hochbarock kommt ursprünglich aus der alten französischen Musette-Tradition!

Windkanal:   Das lässt mich an Jacques Hotteterre le Romain denken, der die Dudelsack-ähnliche Musette spielte, aber eben auch Oboe, Quer- und Blockflöte, und für diese Instrumente seine berühmte Abhandlung über die französische Barockmusik schrieb.

Carlos Núñez:  Das entspannte mich völlig, weil es eben doch dem Eindruck widersprach, dass traditioneller Dudelsack und alte Blockflötenmusik zwei verschiedene Paar Stiefel seien. Ich kann mir sogar gut vorstellen, dass im Barockzeitalter die Spieltechnik der Musette oder des Dudelsacks die damals neue höfische Flötenspieltechnik inspiriert hat, mit all ihren flattements und agréments. Da scheint eine klare Verbindung zwischen Volks- und Kunstmusik stattgefunden zu haben.

Windkanal:   Und da hast du dich beruhigt entschlossen, nunmehr die Blockflöte wie einen Dudelsack zu spielen!

Carlos Núñez:  Von da an spielte ich auf der Blockflöte meine eigene keltische Musik: ziemlich viel im Legato, aber eben auch verschiedenste historische Artikulationstechniken hineingemischt. Das Ergebnis war ein ausdruckstarker Blockflötensound. Und da kam noch etwas anderes hinzu. Der Dudelsack ist ein lautes Instrument, nicht die Blockflöte. Aber du kannst sie leicht mit einem Mikrofon laut machen. Ich war das eigentlich schon von Kindheit an gewohnt, weil ich in einem Spielkreis mitspielt habe, der viel herumgereist ist, um die Leute wieder mit der traditionellen Musik vertraut zu machen.

In keltischer Musik ist es total normal, ein Mikro zu benutzen. Das erst Mal, als ich meine Blockflöte verstärkt habe und damit öffentlich aufgetreten bin – ich mag so 12 Jahre alt gewesen sein – hat allen den Eindruck vermittelt, das sei ein Riesen-Instrument. Nach einiger Zeit lernte ich, wie man mit einem Mikro leicht mehr Dynamik machen kann als sonst, und es selbst als Instrument anzusehen. Meine späteren Lehrmeister bestärkten mich darin. Sieh sie dir an, die Chieftains: Mat Molloy, der in dieser fabelhaften Gruppe die Irische Flöte spielt, hat über Mikrofon einen fabelhaften Klang. Und er ist so in der Lage, mit dem lautesten Dudelsack mitzuhalten. In der Regel stehe ich sehr nahe am Mikro. Ich benutze oft das Neumann, welches auch Elvis Presley hatte. Blockflöte geht immer mit Mikrofon. Mit dem Dudelsack ist es viel schwieriger, einen guten verstärkten Klang zu erreichen.

Windkanal:   In traditionell irischer Musik ist ja von Haus aus kein Platz für die Blockflöte. Jeder würde statt ihrer eher die Whistle nehmen.

Carlos Núñez:  Ich spiele auch viel Whistle. Aber ich mag die Blockflöte viel zu sehr und könnte mich nie von ihr verabschieden. Sie ist mein persönlichstes Instrument. Deswegen habe ich versucht, sie in die keltische Musik einzubeziehen und mir wurde auch bald bewusst, dass dies etwas Neues war. Mir wurde dabei schnell deutlich, dass Blockflöten einige Möglichkeiten bieten, die Irish Flutes nicht haben. Zunächst war alles nur Intuition. Während der Konzerte wechselte ich von einer Flöte zur anderen: von einer Low Whistle zur Tenorblockflöte, von einer Okarina zur Sopranblockflöte … Es ist aber einfacher, einen Irish Reel mit der geraden Griffweise auf einer Tin Whistle zu spielen. Auf der Blockflöte hättest du Griffverbindungen, die nicht so schnell sind. Es ist einfacher, typische Verzierungen auf der Whistle zu machen. Allerdings spielt sich galizische Musik viel besser auf der Blockflöte. Da hast du diese Mischung aus keltischer Musik und lateinamerikanischem Melodieempfinden. Außerdem ist die Whistle durch viele gute Spieler schon ziemlich „entdeckt“. Verwendest du die Blockflöte, dann hast du einen eigenen Bereich und bist völlig frei zu tun, was du willst. Bretonische und schottische Musik, sogar Flamenco machen sich fantastisch gut auf Blockflöte.

Windkanal:   Wie hat das Wesen der Blockflöte deine eigene Musik beeinflusst?

Carlos Núñez:  Ich mische verschiedene Sachen aus der Blockflötenwelt mit hinein. Zum Beispiel ist es ja ganz normal, in alter italienischer Musik mit schneller Doppelzunge zu spielen. Das ist es aber nicht im traditionellen Irland! Es ist unglaublich, was dabei herauskommt, wenn du die Irischen Triolen mit der Doppelzunge beschleunigst: de-ge-de, de-gede … Spielst du Folk-Musik auf der Blockfl öte, kannst du Alternativgriffe verwenden und so neue Verzierungen erfinden. Auf der Whistle hingegen gibt es nur eine Griffweise: Du kannst höchstens mal ein Loch halb decken, aber du würdest selten Gabelgriffe verwenden. Die beste Grundtonart auf der Gaita ist H-Dur. Wenn du dem gut auf der Blockfl öte hinterherkommen willst, nimmst du am besten eine Flöte in 415Hz.

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„Mit zehn Jahren fing ich mit dem Dudelsack an, der Gaita, dem in Galizien am meisten gebräuchlichen traditionellen Instrument.“

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 Windkanal:   In Mitteleuropa gehört die wieder entdeckte Alte Musik fast zum Alltag. Beinahe ein jeder erkennt und mag gewisse Stücke, und man kann sie oft im Radio hören. Und es ist ziemlich nahe liegend, Telemann oder Mozart zu spielen…

Carlos Núñez:  In allen Ländern mit einer großen Vergangenheit in klassischer Musik ist die traditionelle Musik beinahe verschwunden. Auf der anderen Seite, Länder ohne eine starke Vergangenheit „ernster“ Musik haben eine starke Verbindung zur Volksmusik, wie Spanien oder Irland. Wenn einem Land das Zusammenspiel überlieferter traditioneller Elemente verloren geht, dann wird diese Lücke mit einem Schein aus Folklore und ihrem organisierten Kodex aufgefüllt. Vormalige modale Tonsysteme, andere musikalische Stimmungen und rhythmische Muster verlieren ihre Identität in dieser folkloristischen Verflachung. Bei uns ist Volksmusik immer noch den Menschen näher als klassische Musik.

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„Ich mag die Blockflöte viel zu sehr und könnte mich nie von ihr verabschieden. Sie ist mein persönlichstes Instrument.“

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Windkanal:   Vielfach wird die Blockflöte immer noch als ein einfaches Instrument für den Anfängerunterricht angesehen. Du bist für die Folkszene von den Chieftains als Dudelsackspieler entdeckt worden. Wie findet es dein Publikum, wenn du die Blockflöte zückst?

Carlos Núñez:  Ganz einfach: Es ist immer so, dass mir die Leute dann sagen: „Wir lieben dieses Instrument!“ Ich glaube, jeder hat einen Platz für die Blockflöte in seinem Herzen. Es ist vielleicht das universellste Instrument. Jeder auf diesem Planeten kennt es irgendwie. Es spricht eine verbindende Sprache. Jeder versucht mindestens einmal in seinem Leben, darauf herumzuspielen. Wenn Leute die Blockflöte dann in einem richtig energiegeladenen Konzert wieder hören, bauen sie eine Brücke in ihre Kindheit: zu einer Zeit, wo sich ihnen die Welt eröffnete, wo sie ihre ersten Worte lernten.

Die Blockflöte ist schon ein ziemlich persönliches, intimes Ding. Mat Molloy und Paddy Moloney – beide große Spieler auf der Irish Flute – waren auf Anhieb erstaunt über die Blockflöte. Und als ich mit den Chieftains nach Kuba ging, um Ry Cooder zu treffen (bevor er das Buena Vista Social Club- Projekt gemacht hat) – was spielte ich: Blockflöt natürlich! Ich habe sogar Tango darauf in Argentinien gespielt, und die Leute haben es gemocht. Ich habe auf der Blockflöte in Amerika mit vielen bekannten Rock’n Roll Musikern zusammen gespielt, darunter Sinéad O’Connor, Roger Daltrey von The Who, Bob Dylan. Und kürzlich habe ich mit Montserrat Caballé und Jordi Savall gearbeitet. Durch ein Mikrofon klingt die Blockflöte in ihrer immensen Reinheit fantastisch und wird zu einem großartigen Instrument! Ich glaube, jeder liebt die Blockflöte. Sie ist für alle da, sie erreicht jedes Herz.

Windkanal:   Du hast doch gesagt – im Gegensatz zur Gaita – erscheint dir die Blockflöte platonisch!

Carlos Núñez:  Beim Dudelsack klingt immer ein Bordunton mit. Das heißt, er ist erdverbunden. Alles was musikalisch passiert, hat Kontakt zur Erde. Mit der Blockflöte kannst du dich losmachen und fliegen wie ein Vogel. Du kannst dieselbe Musik spielen, aber das Gefühl verwandelt sich in etwas Fliegendes.

Wir danken Susana Diaz Comellas, Antoinette van Bowen, Jens Barabasch und Fernando Conde für ihre Unterstützung bei diesem Artikel.

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